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Kelten und Römer in Belginum

Keltische Münzen, römische Nägel, Keramik, Dachziegel, Pfostenlöcher, Fundamente: Selbst Experten sind überrascht von den Entdeckungen innerhalb der erst knapp zwei Monate dauernden Grabungen in Belginum. "Wir wussten, dass wir in diesem Bereich auf Funde und Baubefunde stoßen würden. Aber mit einer so großen Zahl und einer solchen Qualität haben wir nicht gerechnet. Insbesondere aus keltischer Zeit haben wir Herausragendes sichern können", erläutert Dr. Rosemarie Cordie, Mitarbeiterin der Universität Trier und Leiterin des Archäologieparks und Museums Belginum bei Morbach im Hunsrück.

So deutet vieles darauf hin, dass das römische Dorf ("Vicus") weit größer war als bislang vermutet. Die Siedlung verlief nicht nur entlang der von Mainz nach Trier führenden römischen Fernstraße (heute oftmals Via Ausonia genannt), sondern verzweigte sich auch in Seitenstraßen. Somit dürfte der Tempelbezirk nicht außerhalb, sondern innerhalb oder am Rande des Dorfes gelegen haben. Weitere Erkenntnisse über die Siedlung sind von Grabungen zu erwarten, die in den kommenden Wochen in unmittelbarer Nähe des Kreuzungsbereichs der Bundesstraßen B327 und B50 beginnen.

Mindestens drei Tempel, so schließen die Wissenschaftler aus den Funden, müssen in dem Bezirk gestanden haben, in dem derzeit gegraben wird. Erstmals stießen die Archäologen in diesem Tempelbezirk auf Reste von Holzbebauung: Ein Indiz dafür, dass die Römer ihre in Stein errichteten Kultstätten auf keltischen Vorläufern gebaut haben.

So sehr sich die Archäologen über die Schätze freuen, die sie aus den Feldern gehoben haben; die enorme Anzahl setzt sie andererseits unter Zeitdruck. Wo jetzt noch Schildchen die knapp 200 Fundstellen auf dem rechteckigen Grabungsfeld markieren, werden bereits im kommenden Jahr Baumaschinen rollen. Bis dahin müssen alle Funde sorgfältig bearbeitet und registriert sein. Denn schon bald werden ein Verkehrskreisel und eine Zubringerstraße für die neue B50 den östlichen Bereich der keltisch-römischen Kultstätte versiegeln. "Wir sind jetzt damit beschäftigt, die Befunde Stück für Stück freizulegen. Wir hoffen, dann Strukturen zu erkennen, die uns einen möglichst präzisen Aufschluss über die Bebauung des Tempelbezirks geben", erläutert Rosemarie Cordie die weiteren Schritte.

Quelle und kompletter Beitrag: www.archaeologie-online.de

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